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Damals, im Jahre 2009, trug sich eine Geschichte zu, die ihresgleichen suchen sollte. Begleiten wir unseren Helden Axel auf seinem Weg zur Unsterblichkeit…
Noch nicht mit seiner holden Maid vereint, versuchte man, sich trotzdem so oft wie möglich zu sehen, um den schönen Dingen des Lebens frönen zu können. ![]()
Unser Held war des Schwimmens mächtig und schlug vor, sich zwecks Körperertüchtigung, aber auch Entspannung, in einem hessischen Orte namens Eschborn zu treffen. Von dort aus war es zu Pferde nicht weit zu bekannten Kurthermen. Ein nicht zu kostspieliges Gasthaus bot zudem Unterkunft für 2 Nächte.
Man traf sich also und genoss das schöne Spätjahr in vollen Zügen, bis ein ungewöhnliches Vehikel das Aufsehen unserer beiden Helden erregte. Schon von fern kam es den beiden verdächtig vor und tatsächlich: als sie sich dem Gefährt näherten, waren sie sich sicher: um Gottes Willen, eine Familienkutsche!
Diese Tatsache alleine brachte Axel bereits aus der Fassung, doch als er sich die Rückseite des vierrädrigen Mobils ansah, traf ihn der Schlag. Die Namen der infantilen Insassen waren in die Familienkutsche eingebrannt worden. Auf immer und ewig! Doch sehet selbst:
Das Schicksal nahm seinen Lauf: ich stieß einen erfreuten Schrei aus, zückte meine Kamera und knipste die Heckscheibe mit den beiden dämlichen Kindernamen drauf.
ICH MEINE: HALLO!
Wer um alles in der Welt nennt seine Kinder Sarianna-Yanela und Cedric-Morgan?! Ökos? Adelige? Geisteskranke? Die armen Kinder werden aufgrund ihrer Namen im Kindergarten, in der Grundschule, auf jeder weiterführenden Schule, im Berufsleben und sogar noch später von ihren Mitmenschen nach Strich und Faden verarscht werden. Die Eltern haben dies mit der Namenswahl billigend in Kauf genommen. Schade, dass man die Zeuger für so eine Greueltat nicht an den Pranger stellen kann. Steinigen wäre noch besser.
Kennt Ihr das auch? Eltern, die ihre Kinder, wenn diese unartig oder ungehorsam sind, in aller Öffentlichkeit mit vollem Namen ansprechen? “Sarianna-Yanella Matuschinksi-Schmidt, kommst du bitte wieder an die Hand der Mami?” Oder: “Cedric-Morgan Matuschinski-Schmidt, nein, ich habe dir schon tausendmal gesagt, dass du das Lego-Auto erst bekommst, wenn du auf der Waldorf-Schule deinen Namen fehlerfrei tanzen kannst!”
Ich bedaure die armen Kinder wirklich. Nicht nur, weil sie mit den Namen alleine schon gestraft sind, sondern auch, weil die Eltern doch tatsächlich die Frechheit besitzen, diese Namen auch noch laut hinauszuposaunen. Der Schnappschuss ist hier sicher nur die Spitze des Eisberges…
Lupenreiner Fall von “ICH MEINE: HALLO!”
Seit diesem Tag im Herbst 2009 fotografiere ich leidenschaftlich gerne Heckscheiben mit bescheuerten Kindernamen drauf. Das Thema ist mir sogar eine eigene Kategorie namens “Heckscheibenterror” wert. Lasst Euch überraschen.
P.S.: wer ernsthaft vorhat, ebenfalls Kinder in die Welt zu setzen und sich zudem erdreistet, Kindernamenaufkleber zu bestellen… dem seien die Internetseiten Wichtelwiese und Heckscheibenbeschriftung empfohlen.

Hier gibt es übrigens weitere Anregungen für Eltern, die ihrem Kind unbedingt das Leben versauen möchten. Sarianna-Yanela und Cedric-Morgan sind natürlich auch mit von der Partie.
Es drängt sich mir mit zunehmender Schwere der Eindruck auf, dass diese angesichts der nachgerade bizarren Kombinationen beinahe verzweifelt anmutende Suche nach möglichst exotischen und komplizierten Namen mindestens auch ein Kind des Internetzeitalters ist. Die Welt wächst zusammen und um auf der zunehmend zur Hauptbühne werdenen Plattform des Internet Verwechslungen, Identitätsdiebstahl und Individualitätsverlust durch Brute-Force-Taufen tunlichst und möglichst wirksam vorzubeugen, schicken sich datenschutzbewusste Eltern dazu an, ihren Sprösslingen komplizierte Namen zu geben, als befände sich unter der Geburtsurkunde eine Anzeige, die sich schließlich mit einem beruhigenden “Sehr sicher” grün färbt.
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Durch einen eher wenig interessanten Zufall stieß ich heute auf die Babygalerie des Kreiskrankenhauses Schönebeck, die ein wahres Feuerwerk innovativer Namenskombinationen bietet, bei dessen Betrachtung sich meiner Gefühlswelt ein interessanter und ungewohnter Patt zwischen Schadenfreude und Mitleid offenbart.
http://www2.kh-schoenebeck.de/
Meiner Meinung nach sind diese Namen außergewöhnlich, einzigartig und auf ihre ganz eigene, individuelle und unverwechselbare Art richtig bekloppt. Andererseits erheitern mich diese tollkühnen Kinder-Passwörter sehr und ich akzeptiere hiermit offiziell voller Inbrunst, dass ich wohl nie nachvollziehen können werde, warum es unbedingt zu vermeiden zu gelten scheint, dass der Nachwuchs den selben Vornamen haben könnte wie der des Nachbarn. Daher möchte ich den verzweifelt um Einzigartigkeit des Kindernamens ringenden Eltern einen in ihren Augen zunächst sicher paradox erscheinenden, bei genauerer Betrachtung jedoch bestechend und beruhigend logischen und konsequenten Vorschlag unterbreiten: Nummern.
Wieder einmal herzlichen Dank an den glühenden Verehrer dieses Blogs für die hervorragende Recherchearbeit. Die Wucht, mit der mich die Fülle an streckenweise als in höchstem Grade bekloppt zu titulierenden Kindernamen traf, darf ohne Umschweife und Übertreibungen als brachial bezeichnet werden.
Überraschenderweise schockieren mich in diesem speziellen Falle weniger die zwei-, drei-, ja gar vierfachen Kombinationen bekloppter Kindernamen, sondern vielmehr der Zwang vieler Eltern, ihrem Kind generell einen höchst exotischen Namen geben zu müssen. Nur einige Beispiele aus den Abgründen übertriebener Nächstenliebe:
Nachdem ich mich durch das Lesen diverser Blogs und vor allem Foren-Beiträge selbstverschuldet, aber wohlweislich ein weiteres Mal in Wut versetzt habe, leider jedoch ohne dem angestrebten Ergebnis näher gekommen zu sein – dem möglichst vollen Verstehen oder zumindest ansatzweisen Nachvollziehen der Vergabe von mir scherzhaft und selbstredend ironisch-distanzierend genannter “Babypasswörter” – möchte ich hier eine Seite angeben, die meines Erachtens sehr gut zum Thema passt. Die ersten Beiträge wurden Anfang 2012 gepostet; mangels weiterer Anhaltspunkte kann es aber nur eine Mutmaßung bleiben, dass ichmeinehallo.de in irgendeiner Form Einfluss auf dieses Posten fotografierter Heckscheibenaufkleber hatte:
http://chantalismus.tumblr.com/
Angesichts des für mein Gefühl beinahe perversen Stolzes einzelner Zurschaustellungen hochsicherer Babypasswörter entschließe ich mich an dieser Stelle zum Wohle meiner geistigen Gesundheit jedoch dazu, nicht weiter darüber nachzudenken, ob es den namenskreativen Eltern nicht auffällt, dass sich über sie – und das nicht nur durch Einzelne – lustig gemacht wird. Dies scheint mir eine beneidenswerte Fähigkeit zur Ignoranz und/oder Naivität zu sein, die sich sicher auch bei der Durchsetzung anderer eigener Interessen im Alltagsleben, vielleicht auch bei der Kindererziehung, vorteilhaft auswirken kann.
Nun ist es so weit: Endlich gibt es eine Website zur automatischen Erstellung hochsicherer Babypasswörter!
http://www.chantalisator.de