Manche empfinden sie als nervig, andere als abstoßend und illegal. Tja, Spamkommentare haben tatsächlich nicht den besten Ruf. Dabei können sie durchaus amüsant sein. Auch ICH MEINE: HALLO! wurde von den Spammern dieser Welt schon entdeckt. Hier möchte ich die gesammelten Werke einmal vorstellen.


Kommentarspam defined

Zuallerst einmal sollten wir die Frage klären, was ein Spamkommentar überhaupt ist. Das Wort „spam“ kommt aus dem Englischen und bezeichnet in seiner ursprünglichen Bedeutung ein sehr schmackhaftes Dosenfleisch. Die Wörter „spiced“ und „ham“ – zu deutsch: gewürzter Schinken“ – wurden eben zu „spam“ vereint. Eine Wortneuschöpfung sozusagen.

In einem Sketch der britischen Kultkomiker Monty Python wurde das Wort „SPAM“ dann so übertrieben oft benutzt, dass es seitdem als Synonym für etwas unnötig oft Verwendetes gilt. Im Zusammenhang mit Kommunikation allgemein wurde SPAM Anfang der 70er bis in die 80er-Jahre hinein in textbasierten Computer-Adventurespielen namens „Multi User Dungeons“ gebracht. Dort bezeichnete man zunächst das Überschwemmen des Interfaces mit eigenen Kommentaren als Spam.

Später wurde der Begriff dann für unverlangt zugestellte Werbung, vor allem in Form von E-Mail-Spam, verwendet; im Web 2.0-Zeitalter gelten willkürlich im Internet gesetzte Links als Spam. In der Suchmaschinenoptimierung bezeichnet man auch Kommentare, die ausschließlich auf Werbung verlinken, als Spam. Von diesen Kommentaren habe ich schon einige bekommen. Viel Spaß beim Lesen!

Plumper Spam

Spamkommentar 1

Analysieren wir diesen Kommentar doch einmal: was hat der Autor sich beim Erstellen des Kommentars gedacht? Ein ganz schlauer, er hat nämlich das Produkt, das er anbietet, bereits als Benutzername in das entsprechende Kommentarfeld eingetragen. Seine Internetseite ist selbstverständlich auch am Start. Die E-Mail-Adresse ist höchstwahrscheinlich ein Fake. Im Kommentartext – und jetzt wird’s interessant – hat der Klugscheißer alle Schlagwörter, die er auf seiner Seite so hat, eingetragen. Damit will er, sollte der Kommentar bei mir freigeschaltet werden, erreichen, dass seine Webseite gleich mit den richtigen Schlagwörtern über Google gefunden wird.

Würde ich so einen Müll machen, würde ich also als Erstes als Benutzername ICH MEINE: HALLO! eingeben. Danach meine Webseite https://www.ichmeinehallo.de. Danach meine E-Mail-Adresse. Ist aber irrelevant, weil die Kommentare ja nicht durch ein double opt-in-Verfahren gesichert sind. Dann würde ich als Kommentartext „epic fail, dumm dumm, kurioses, lustiges“ eingeben, weil das die Begriffe sind, mit denen meine Seite über Google im Internet gefunden werden soll. Tricky, aber sehr dumm, oder? 🙂 Wollen wir diese Art Kommentarspam an dieser Stelle mal als den „plumpen Spam“ bezeichnen.

Schmeichel-Spam

Auch die anderen Heinis geben sich bei ihren Kommentaren keine besondere Mühe:

Spamkommentar 2„Wow! Ich liebe, was du tust! Ich werde mir das Ganze nochmal auf screen toaster anschauen! Informativer und interessanter Post!!! Weiter so..“

Wow, was für ein Gelaber! Glaubt diese Person wirklich, dass ich ihren Kommentar freischalte, nur weil da ein bisschen geheucheltes Lob drinsteht? Und wenn sie sich meine Seite wirklich angesehen hätte, wäre sie doch in der Lage, mich mit vollem Namen ansprechen zu können, oder? Und sie hätte mir vielleicht geschrieben, warum sie meinen Post gut fand. Und vielleicht hätte sie mir auch noch etwas Interessantes, Weiterführendes oder auch gerne etwas Kontroverses zu meinem Post schreiben können…

Und schon haben wir eine weitere Art des schlechten Kommentarspams identifiziert, den „unpersönlichen Schleimscheißer-Spam„.

Automatisierter Spam

Spamkommentar 3

Der hier ist echt der Gipfel! Dieser geistig Umnachtete versucht mit verschiedenen Arten von Code herauszufinden, welcher auf meiner Seite funktioniert, um einen Link zu setzen. Tja, Spasti, du wirst es nie rausfinden… wenn es sich hierbei überhaupt um einen Kommentar eines Menschen handelt…

Kurz zur Erklärung: der erste rot hinterlegte Link, den Ihr im Kommentartext seht, ist mit HTML-Sprache programmiert. Hier arbeitet man mit dem Format <a href=““></a>. Dieser Befehl bewirkt einen wunderschönen Link. Dieses Grundgerüst muss nun nur noch an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden (Einfügen der eigenen Internetseite, Linktext, verschiedene andere Parameter, etc.).

Der zweite Versuch ging in die Hose. Hier wird mit den Befehlen [url=][/url] gearbeitet. Dieser Code nennt sich BB-Code (Bulletin Board Code) und kann in verschiedenen Foren oder Blogs anstatt des HTML-Codes verwendet werden. Auch der dritte Code mit den vereinfachten Befehlen [link=][/link] funktioniert nicht und basiert auch auf BB.

Beim vierten, wieder rot hinterlegten Link handelt es sich um einen ausgeschriebenen Link. Hier wurde kein Code verwendet, aber WordPress kann Links auch lesen, wenn sie nur geschrieben werden.

Diese Art Kommentarspam will ich hier mal „automatisierter brut-force-Spam“ nennen. Danke an den „glühenden Verehrer dieses Blogs“ für den Hinweis auf diesen sehr nützlichen Begriff! 🙂

Billiger Spam

Spamkommentar 4Jetzt mal ehrlich: würdet Ihr diesen Kommentar auf Eurem Blog stehen haben wollen? Ich nicht, deshalb werde ich ihn später ablehnen. Warum? Das liegt doch auf der Hand: Wer als E-Mail-Adresse none@aol.com angibt, hat meines Erachtens nach kein Interesse daran, für eventuelle Rückfragen zu seinem Kommentar kontaktiert zu werden. Wie oben schon erwähnt: wenn er oder sie wirklich daran interessiert wäre, mit mir zusammenzuarbeiten, dann hätte er / sie jede Möglichkeit, mit mir Kontakt aufzunehmen. Hier geht es lediglich um ganz billigen Linkspam, den ich auch gerne „billigen, unkreativen Spam“ nennen will.

Einen weiteren, sehr amüsanten Spamkommentar habe ich beim Artikel „0:9 – wir waren dabei!“ kommentiert. 🙂

Liebe Spammer dieser Welt, lasst mich Euch eines sagen: Ihr werdet keinen Link von meiner Seite bekommen. Worauf ich aber sehr positiv reagiere, sind persönliche, ausführlich verfasste, teilweise mit Recherche verbundene Kommentare, die meinen Artikeln einen Mehrwert für die Leser verleihen. Kommentare, denen man eben nicht auf den ersten Blick ansieht, dass sie einen Link von meiner Seite haben wollen.

Dann bin ich gerne bereit, den Verfasser über seine ECHTE E-Mail-Adresse zu kontaktieren und über eine weiterführende Zusammenarbeit zu sprechen. Aber bis Ihr Spam-Geier das verstanden habt, liege ich wahrscheinlich schon ruhig und friedlich unter der Erde und bin Euren Müll ein für allemal los.

Selbst kommentieren

Wenn ich auf anderen Blogs einen Kommentar schreibe, will ich ja auch, dass er veröffentlicht wird. Daher gebe ich mir Mühe, den Kommentar so informativ wie möglich und zum Thema passend zu schreiben. Damit verbunden ist, dass man sich zuallererst mal den Artikel komplett durchliest, versteht und eventuell sogar noch weiter auf der jeweiligen Webseite oder im Internet nach diesem Thema recherchiert. Gute Kommentare sind mit einem gewissen Arbeitsaufwand verbunden.

Guter Blog-Kommentar

Gott sei Dank gibt es auf meinem zugegegebenermaßen noch nicht so alten Blog doch schon einen Kommentar, der es mir wert war, ihn freizuschalten:

freischaltungswürdiger Kommentar

Dieser Kommentar wurde beim Artikel „Die Geburtsstunde der „never ending story„“ freigeschaltet. Er ist witzig, persönlich, passt zum Thema und ich konnte den Besucher über seine E-Mail-Adresse anschreiben. In so einem Fall würde ich auch höchstwahrscheinlich die URL des Besuchers freischalten, die er in diesem Fall aber nicht angegeben hat. Natürlich nach vorheriger Prüfung des Inhalts.

Wer sich intensiver mit dem technischen Hintergrund von Kommentarspam beschäftigen will, dem empfehle ich den Blog von webdesign weisshart. Hier findet sich ein gut recherchierter und fundierter Artikel über Kommentarspam und wie man ihn identifiziert.

Ein informativer Fall von ICH MEINE: HALLO!

P.S.: mit diesem Artikel nehme ich am Webmaster-Friday zum Thema „Was ist ein guter Blog-Kommentar?“ teil.